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Harry Rowohlt ist tot

Harry Rowohlt 2009 (Foto: Nifoto)

Der bekannte und beliebte Übersetzer, Autor, Hörbuchsprecher und Schauspieler Harry Rowohlt verstarb vorgestern im Alter von 70 Jahren nach schwerer Krankheit in Hamburg.

Rowohlt der Übersetzer

Harry Rowohlt, Sohn des Verlegers Ernst Rowohlt, war gelernter Verlagsbuchhändler. Der im März 1945 in Hamburg geborene Rowohlt machte sich v.a. als genialer Übersetzer einen Namen. An die 200 Bücher liessen sich hier aufzählen. So übersetzte er Werke von Ernest Hemingway, Ian McEwan, Flann O’Brien oder David Sedaris. Aber auch Kinderbücher gehörten zu seinem Repertoire.

Rowohlt der Hörbuchsprecher

Darunter befinden sich Kinderbuchklassiker wie „Puh der Bär“ von Alan Alexander Milne oder noch recht aktuell die Mr Gum-Reihe von Andy Stanton. Sowohl „Puh dem Bären“ als auch „Mr Gum“ verlieh Rowohlt für die jeweiligen Hörspielfassungen auch seine markante Stimme.

Rowohlt der Autor

Neben seinen Tätigkeiten als erfolgreicher Übersetzen war Rowohlt auch für seine Kolumnen, Reportagen und Kritiken beliebt. Seine bekannte Kolumne Pooh’s Corner erschien mit einer größeren Unterbrechung und schlussendlich nur noch in loser Folge bei der Zeit bis zum März 2013.

Rowohlt der Unterhalter und Schauspieler

Unvergessen bleiben mit Sicherheit auch seine legendären Lesungen, die sich im Normalfall meist über mehrere Stunden erstreckten und die geprägt waren von witzigen Exkursen, Anekdoten und Klatsch- und Tratschgeschichten aus der Verlagswelt.

Nicht nur auf der Lese-Bühne oder als Hörbuchsprecher zeigte Rowohlt sein schauspielerisches Talent. Seit 1994 verkörperte er den Penner Harry aus der Lindenstraße.

Rowohlt der Säufer

Mit seinen Solo-Auftritten füllte Rowohlt bis zuletzt Buchhandlungen, Clubs und Theater. Bis 2007 tat er dies stets in Begleitung von viel Whiskey, so dass er selbst seine Auftritte als „Schausaufen mit Betonung“ bezeichnete. 1996 wurde er dafür sogar zum Whiskey-Botschafter ernannt.

Rowohlt und die Krankheit

Im Jahr 2007 gab Rowohlt dann bekannt, dass er an der nicht heilbaren Krankheit Polyneuropathie leide, die seine Gehfähigkeit stark beeinträchtigte. Daraufhin änderte er sein Trinkverhalten und stellte seine Lesungen etwa zwei Jahre später unter das Motto „Betonung ohne Schausaufen“.

Am 15. Juni verstarb Harry Rowohlt nach langer Krankheit in Hamburg.

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